Baupreis 2007

1. Preis (Neubau): Lukasareal – Reichenbachstraße

Architekten: Müller und Reimann

1.	Preis  (Neubau): Lukasareal – Reichenbachstraße

Die 39 Reihenhäuser und die 4 Stadthäuser in der Variation postmoderner Stadtvillen folgen einer klaren städtebaulichen Konzeption. Sie wurden als Zeilen angeordnet, deren Wohnräume und vorgelagerten Gärten nach Süden ausgerichtet sind. Entlang der Reichenbachstraße wurden den Wohngeschossen Ladengeschäfte unterlagert.
Die einheitliche architektonische Gestaltung wird vom Wechsel zwischen weißen Putzflächen, den öffnungen und den roten Fenster- und Türläden geprägt. Diese ästhetische Haltung macht deutlich, dass es im Lukasareal nicht um vordergründige Individualität geht, sondern um das Einfügen in einen vorgegebenen größeren Stadtraum. Im Durchschreiten des öffentlich zugänglichen Wohnquartiers erfährt man vielfältige Raumeindrücke. Die übergänge zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen werden durch geschicktes Einsetzen von geringen Geländeunterschieden, raumbegrenzenden Mauern, Sichtschutzhecken und Belagwechsel unaufdringlich bewusst gemacht.
Diese Anlage ist mit ihrer architektonischen Qualität und ihrem urbanen Charakter ein überzeugendes Beispiel für einen modernen innerstädtischen Wohnungsbau in Dresden.


Ein 2. Preis (Sanierung): Rektoratsgebäude der TU Dresden – Mommsenstraße 11

Architekten: Maedebach, Redeleit & Partner

2. Preis  (Sanierung): Rektoratsgebäude der TU Dresden –
	Mommsenstraße	11

Die aufwendige denkmalpflegerische Sanierung und teilweise Neugestaltung der repräsentativen Gesamtanlage überzeugt durch ihre gelungene Symbiose aus sorgfältig rekonstruierten Baukörpern, restaurierten Innenräumen und dekorativen Elementen und den in einer modernen Architektursprache hinzugefügten Bauteile. Vor der sorgfältig gestalteten Gartenanlage wurde an der Mommsenstraße ein Informationspavillon als Glaskubus errichtet.
Die neue Funktion des Gebäudes als Rektorat mit Repräsentations- und Verwal-tungsräumen genügt nun allen zeitgemäßen Anforderungen und spiegelt sich in dem Ergebnis der Sanierung überzeugend wider.
Als besonders gelungen restauriert erscheint die vornehme Eleganz des Festsaales mit Louis-seize-Anklängen. Bemerkenswert sind auch die expressionistischen Decken im Gesellschafts- und Speisezimmer und die Nachschöpfung historischer Baudetails. Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung ist der wiederhergestellte Pauksaal mit den figuralen Wandfliesen.


Ein 2. Preis (Neubau): Haus Sprenger/Töpfer - Bienertstraße 33a

Architekten: P+P Schwarzenberger

2. Preis (Neubau): Haus Sprenger/Töpfer - Bienertstraße 33a

Der Neubau des breit gelagerten Wohn- und Atelierhauses im Gartengelände hinter dem großen gründerzeitlichen Mehrfamilienhaus an der Bienertstraße wird als gutes Beispiel dafür gewürdigt, wie im hinteren Bereich großer Grundstücke neue Wohn-nutzungen mit Feingefühl eingeordnet werden können, ohne den Grundcharakter der durchgrünten offenen Bebauung im Stadtteil zu beeinträchtigen.
Das zweigeschossige Einfamilienhaus ist im äußeren wie Inneren großzügig gegliedert und fügt sich mit der naturbelassenen Lärchenholz-Verkleidung harmonisch in die Gartenlandschaft ein. Mit erhaltenen Altbäumen und sparsamen Neupflanzungen ergänzt der Garten den großen Wohnraum mit Glasfront und vorgelagerter Holzterrasse im Erdgeschoss als "grüne Stube". Carport und Nebengelasse sind sehr geschickt in die ganzheitlich gestaltete Bebauung integriert. Die Baudetails sind sorgfältig ausgebildet.


3. Preis (Sanierung): Ulmenhof – Altcoschütz 1

Architekt und Bauherr: Sven-Ove Schindler

3. Preis (Sanierung): Ulmenhof – Altcoschütz 1

Bei der Sanierung, Restaurierung und Rekonstruktion des "Ulmenhofes" mussten alle die Bausubstanz beeinträchtigenden Umbauten und Instandsetzungen der letzten Jahrzehnte rückgängig gemacht und die Gebäude auf ihren historischen Zustand zurückgeführt werden.
Die farbige Fassung trägt im Zusammenspiel mit den schlichten Grundformen der Gebäude zum harmonischen Gesamteinduck der Anlage bei, die sich als einladender Auftakt zum historischen Dorfkern von Altcoschütz präsentiert.
Dass eine denkmalgerechte Sanierung auch Platz für Zeitgenössisches lassen kann, beweisen u.a. die Dachgauben, die kombinierte Fenster-Tür-Lösung im Laden-bereich und die originellen Details. Die verschiedenartige Pflasterung und die Bepflanzung des Hofbereiches strahlt eine schöne, natürliche Lebendigkeit aus.
Besondere, phantasievolle Kleinigkeiten sind die filigranen abstrakten Metall-skulpturen, welche die Hofanlage als skurrile "Kunst am Bau" bereichern.
Der in traditioneller Bauweise wiederhergestellte – noch immer nicht ganz vollendete – Dreiseithof stellt ein beachtenswertes Beispiel für eine einfühlsame Sanierung länd-licher Bausubstanz dar.


Anerkennung (Neubau): Haus Kaliske/Pieper – Halbkreisstraße 8

Architekten: Stuhr Architekten

Anerkennung (Neubau): Haus Kaliske/Pieper – Halbkreisstraße 8

Das neue Wohnhaus auf schwierigem Hanggrundstück ist mit seinen vier Geschossebenen außerordentlich geschickt in das Gelände eingeordnet. Dies gilt besonders für den offenen PKW-Stellplatz im Untergeschoss und die reich differenzierte Gestaltung der Gartenanlage.
Die verschiedenen Nutzungsbereiche des Einfamilienhauses für 4 Personen sind sehr sinnvoll und funktionsgerecht gelöst.
Das Gebäude behauptet sich als klarer Kubus mit disziplinierter Gliederung des Baukörpers und der Fassadenflächen in der Tradition der klassischen Moderne gegenüber dem Formenkonglomerat der Nachbarbebauung des Baugebietes. Detailgestaltung und Farbigkeit zeigen die gleiche Konsequenz und Sorgfalt. Die Höhe des Dachaufbaus erscheint als etwas zu dominierend.


Anerkennung (Neubau): Max-Bergmann-Zentrum für Biomaterialien – Budapester Straße 27 am Leibnitz-Institut für Polymerforschung

Architekten: Brenner & Partner

Anerkennung	(Neubau): Max-Bergmann-Zentrum für Biomaterialien –
	Budapester Straße 27 am	Leibnitz-Institut für Polymerforschung

Der Institutsneubau setzt einen wirkungsvollen neuen städtebaulichen Akzent am Brückenkopf der Budapester Straße. Das Patinagrün der Kupferblechverkleidung hat an diesem Standort eine Signalwirkung. Der Entwurf verrät sichere Beherrschung der funktionellen Anforderungen eines modernen Forschungszentrums und souveräne Gestaltungskraft für Baukörper und Fassaden sowie die Raumfolgen im Inneren. Der auf wenige markante Baustoffe beschränkte Materialeinsatz gibt dem Gebäude eine bestechende Klarheit, die für neues Bauen in Dresden vorbildlich sein könnte.

redaktionelle Zusammenfassung aus Beiträgen von Häßner, Klatte, Georgi und Andreas Friedrich, 15.6.2007